Hier finden Sie eine Auflistung einiger Straßennamen in Erlensee, deren Bedeutung oder Namen wir hinterfragt und recherchiert haben.


Spatenstich der Nelly-Sachs-Kita in Langendiebach

Nelly Sachs

Nelly Sachs, eine deutschsprachige Schriftstellerin, wurde am 10.12.1891 in Berlin geboren und verstarb am 12.5.1970 in Stockholm. Sie stammte aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie. 1940 entging sie dem Konzentrationslager dank Selma Lagerlöf, die ihr und Ihrer Mutter die Emigration nach Schweden ermöglichte. Neben Übersetzungen moderner schwedischer Lyrik entstand dort ihr literarisches Werk. Nach einer Deutschlandreise erlitt sie 1960 einen psychischen Zusammenbruch. Kriegsängste und Verfolgungswahn zwangen sie zu Klinikaufenthalten, doch ihre dichterische Kraft litt darunter nicht. 1966 erhielt die mit S.J. Agnon den Nobelpreis für Literatur und ein Jahr vorher den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Nelly Sachs zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen der deutschsprachigen Holocaust-Literatur.

Die Nelly-Sachs-Straße liegt im Baugebiet Ost des Ortsteils Langendiebach. Dort befindet sich auch die zum September 1989 eröffnete Kindertagesstätte gleichen Namens.

Theodor Heuss

Theodor Heuss, der erste deutsche Bundespräsident, wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim geboren und verstarb am 12. Dezember 1963 in Stuttgart. Er war Hochschulprofessor, Schriftsteller und Politiker. Mit seinen fundierten politischen und literarischen Zeitschriftenbeiträgen machte er sich bald einen Namen. In den letzten drei Jahren der Weimarer Republik von 1918 bis 1933 war er Mitglied des Reichstages. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war Theodor Heuss politisch ausgeschaltet. Nach dem 2. Weltkrieg war er zunächst Kultusminister von Baden-Württemberg, 1946 gehörte er zu den Mitbegründern der FDP und wurde ihr Vorsitzender. Er war Mitglied des Parlamentarischen Rats und wirkte bei der Ausarbeitung des Grundgesetzes entscheidend mit. 1949 zog er als gewählter Abgeordneter in den Bundestag ein und wurde Fraktionsvorsitzender der FDP. Im gleichen Jahr wurde er von der Bundesversammlung zum 1. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt und blieb nach seiner Wiederwahl in diesem hohen Amt des Staatsoberhaupts bis 1959. Theodor Heuss, der Schwabe, wurde von den Bundesbürgern liebevoll „Papa Heuss" genannt und war beim Volk sehr beliebt. Er verlieh dem Amt des Bundespräsidenten Würde und Ansehen und trug mit seiner untadeligen und bisweilen humorvollen Amtsführung wesentlich zum Ansehen der Bundesrepublik im Nachkriegsdeutschland bei.

August-Bebel-Straße in Langendiebach

August Bebel

August Bebel wurde am 22. Februar 1840 in Deutz bei Köln geboren und verstarb am 13. August 1913 in Passugg in der Schweiz. Er war Politiker und Mitbegründer der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, aus der später die SPD hervorging. Er war seit 1867 Reichstagsabgeordneter und wurde zum unbestrittenen Führer der deutschen Sozialdemokratie. Im Zuge der von Reichskanzler Bismarck geschaffenen Sozialistengesetze wurde die SPD im Jahre 1878 verboten und August Bebel mehrfach wegen seiner politischen Tätigkeit inhaftiert. Nach dem Erlöschen des Sozialistengesetzes im Jahre 1890 war er maßgeblicher Autor des Erfurter Programms und redaktioneller Mitarbeiter der „Vorwärts" (Der Vorwärts ist eine 1876 als Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie gegründete Zeitung. Heute ist der Vorwärts Parteizeitung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands). Er war nicht nur einer der bedeutendsten sozialistischen Theoretiker seiner Zeit, sondern gewann als Parlamentarier und Volksredner durch seine eindrucksvolle Beredsamkeit auch bei seinen politischen Gegnern menschliche Achtung. Unter seiner Führung entwickelte sich die SPD zu einer Massenpartei.

Friedrich-Ebert-Straße in langendiebach

Friedrich Ebert

Friedrich Ebert wurde am 4. Februar 1871 in Heidelberg geboren und Verstarb am 28. Februar 1925 in Berlin. Er wurde 1913 als Nachfolger von August Bebel zum Vorsitzenden der SPD gewählt. Friedrich Ebert wurde während der Novemberrevolution 1918 Reichskanzler und bekämpfte alle Versuche, in Deutschland eine Räterepublik zu errichten. Nach dem 1. Weltkrieg wählte ihn die Weimarer Nationalversammlung 1919 zum Reichspräsidenten. Durch maßvolle, schlichte und bestimmte Haltung erwarb er für sich und sein Amt Autorität auch bei politischen Gegnern. Er führte sein Amt als kluger Vermittler zwischen den Gegensätzen und in überparteilicher Neutralität. So trug er wesentlich zur Stabilisierung der Weimarer Republik in den schwierigen Anfangsjahren bei.

Freiherr-von-Stein-Straße in Langendiebach

Karl Freiherr vom Stein

Karl Freiherr vom Stein wurde am 25. Oktober 1757 in Nassau geboren und verstarb am 29. Juni 1831 in Cappenberg in Westfalen. Nachdem Frankreich unter Napoleon 1806 Preußen bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen hatte, drängten einige Männer auf dringend notwendige Reformen. Der wohl bekannteste unter ihnen war Karl Freiherr vom Stein. Er und andere Reformer dachten etwa in folgender Weise: Wodurch wird ein Staat stark? Untertanen, denen nur befohlen wird, die nur zu gehorchen haben, sind unzuverlässig und schwächen den Staat; aber freie Bürger, die mitbestimmen und sich für das Wohlergehen mitverantwortlich fühlen, stärken den Staat. Deshalb beabsichtigte Freiherr vom Stein neben der Reform des Heeres auch die kommunale Selbstverwaltung einzuführen. Wenn er auch diese Ziele nicht persönlich durchsetzen konnte, so wurden sie dennoch durch andere Reformer wie Freiherr von Hardenberg, Gerhard von Scharnhorst und Wilhelm von Humboldt später realisiert. Der Name Freiherr vom Stein steht für Modernisierung von Staat und Verwaltung. So wird heutzutage in Hessen die Freiherr-vom-Stein-Plakette anlässlich von Jubiläen an Städte und Gemeinden verliehen, ebenso an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die im Bereich der Kommunalpolitik besondere Verdienste erworben haben.

Jahnstraße in Langendiebach 1988

Friedrich Ludwig Jahn

Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August 1778 in Lanz geboren und verstarb am 15. Oktober 1852 in Freyburg (Unstrut). Er war Schöpfer der deutschen Turnbewegung und ging als „Turnvater Jahn" in die Geschichte ein. In der Berliner Hasenheide richtete er 1811 den ersten Turnplatz ein. In der Turnkunst sah er eine Möglichkeit, in der Zeit der Napoleonischen Herrschaft die physische und moralische Kraft des Volkes zu stärken. In engem Bezug zum Turnwesen stand auch die Bewegung der Burschenschaften. Sie und die Turner verfolgten im Grunde die gleichen politischen Ziele. Einig war man sich z. B. in der strikten Ablehnung des damals starken Einflusses der französischen Sprache und Kultur. Als Mitbegründer der Burschenschaften (1810) wurde er im Zusammenhang mit den Demagogenverfolgungen 1819 verhaftet und erst sechs Jahre später aus der Haft entlassen. Friedrich Ludwig Jahn wurde 1848 in die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche gewählt. Er war Befürworter der demokratischen Monarchie.

Namensänderungen

Im Laufe der Jahre haben sich einige Straßennamen ein oder gar zwei Mal geändert. Nachfolgend aufgeführt finden Sie also eine Auflistung mit Straßennamen, die laut unserer Information zum Beispiel durch dem Zusammenschluss von Rückingen und Langendiebach, um Doppelungen von Straßennamen zu vermeiden, geändert wurden.
(der bzw. die ehemaligen Namen stehen in Klammern)


Am Haspel
(Mittelstraße)

August-Bebel-Straße (Hintergasse)

Bürgerstraße (Herrnstraße)

Eugen-Kaiser-Straße (Bahnhofstraße, Hindenburgstraße)

Freiherr-vom-Stein-Straße (Friedrichstraße)

Freiliggrathstraße (Karlstraße)

Friedensstraße (Apfelallee)

Friedrich-Ebert-Straße (Wilhelmstraße, Adolf-Hitler-Straße)

Fröbelstraße (Gartenstraße)

Grüner Weg (Wiesenstraße)

Gustav-Hoch-Straße (Zeppelinstraße)

Jahnstraße (Schützenstraße)

Kirchplatz (Horst-Wessel-Straße)

Markwaldsiedlung (Im Volksmund „Waldsiedlung“)

Mühlstraße (Im Volksmund „Boragasse“)

Neue Anlage (Erlenstraße)

Raiffeisenstraße (Hainstraße)

Ringgrabenstraße (Marienstraße)

Ronneburgstraße (Teilstück Spessartstraße)

Theodor-Heuss-Straße (Römerstraße)

Uferstraße (Schubertstraße)

Wilhelm-Schmidt-Siedlung (Pfingstweidsiedlung)